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Jugendtreffs müssen erhalten bleiben

Artikelinfos:
Datum: 25.08.2010
Ihre AnsprechpartnerInnen:
  • Ingrid Ketzscher Ingrid Ketzscher ist Vorsitzende des Grünen Ortsverbandes. Sie ist stellv. Sprecherin der Ratsfraktion, Mitglied im Integrationsrat und kinder- und jugendpo-litische Sprecherin der GAL.


Die Mendener Grünen lehnen Kürzungen im Netz der Jugendtreffs zur Sanierung des Haushalts ab. Geplant sind konkret die Schließung des Treffs Platte Heide, der Anlaufstelle für Jugendliche am Papenbusch und der Kinderkluse.
Ingrid Ketzscher, Vorsitzende der Grünen und jugendpolitische Sprecherin der GAL, stellt fest:

„Zur Schließung des Treffs Platte Heide z.B. basiert das Konzept der Verwaltung auf der Annahme, dass die bisherigen Besucher künftig in die Einrichtung des SKM am Papenbusch wechseln. Dieser Treff am Papenbusch wurde aber doch gerade deshalb eingerichtet, weil die Jugendlichen von dort nicht den Weg bis in den Treff Platte Heide genommen haben. Das wird andersrum jetzt genauso sein. Auf dem Papier mögen Platte Heide und Papenbusch ein gemeinsamer Stadtteil sein, in der Praxis bildet der Bräuckerweg für die Jugendlichen aber eine imaginäre Grenze.
Mit der Schließung des Treffs Platte Heide nehmen wir vielen Jugendlichen ihren Treffpunkt, sinnvolle Freizeitangebote und vertraute Ansprechpartner.

Besonders ärgerlich sind die aktuellen Schließungsvorschläge der Verwaltung, weil sie dem Kinder- und Jugendförderplan widersprechen, der erst im Frühjahr vom Kinder- und Jugendhilfeausschuss beschlossen wurde. Und der sagt eindeutig, dass wir diese Einrichtungen im Netz der Jugendfreizeiteinrichtungen als präventive Angebote brauchen.
Wenn wir wirklich im Kinder- und Jugendbereich einsparen wollen, dann sollte dies an anderer Stelle geschehen. Denkbar wäre für uns z.B. eine Neuregelung der Kita-Beiträge unter sozialen Gesichtspunkten. Ganz konkret im Auge haben wir da die Beitragsbefreiung ab dem dritten Kind. Die derzeitige generelle Befreiungs-Regelung fördert nämlich auch die gutverdienenden Familien, die eigentlich gar keine finanzielle Unterstützung brauchen."

 

Die FDP-Fraktion wirft uns in einer Stellungnahme daraufhin vor, dies sei ein „linkspopulistisches Signal" und weder realisierbar noch vertretbar. Konkret schreibt Herr Rose für die FDP-Fraktion z.B.:
„Bezüglich der anstehenden KJHA Sitzung hat Frau Ketzscher in einer Stellungnahme in der Montagsausgabe (der WP) gefordert, dass "Gutverdiener" die Kindergartenbeiträge zahlen sollten. ... Unsere Meinung ist, dass es besonders für Menden ein falsches Zeichen ist, gut verdienende Familien zu belasten. Menden braucht Familien mit Kaufkraft, neue Familien sollen hinzuziehen. Da ist ein linkspopulistisches Signal wie "Man nehme es von den Gutverdienern" sicherlich nicht hilfreich. Außerdem ist eine ungezügelte Ausgabenpolitik, wie sie von einigen versprochen wird, weder realisierbar noch vertretbar ..."

 

Ingrid Ketzscher verdeutlicht in einer Antwort noch einmal die Grüne Position:

„Glaubt die FDP im Ernst, dass wohlhabende Familien nach Menden ziehen, weil sie ab 3 Kindern den KITA-Beitrag erlassen bekommen? Das will Herr Rose jedenfalls glauben machen, und auf diese Weise von der eigenen Klientelpolitik ablenken.

Die FDP verkauft es als familienfreundlich, wenn für Familien z.B. mit einem Jahreseinkommen über 112.500,- Euro die Kita-Beiträge erlassen werden. Die Regelung der Beitragsbefreiung für Familien mit drei Kindern ohne soziale Staffelung kostet die Stadt jährlich 158.000,- Euro. Das ist die Summe, die uns fehlt, um z.B. den im Stadtteil Platte Heide verwurzelten und sehr gut angenommenen Jugendtreff und die wichtige städtische Anlaufstelle am Papenbusch aufrecht erhalten zu können.

Warum sollen sich wohlhabende Eltern nicht solidarisch an den Kosten für eine qualitätsvolle Bildung in den Kitas beteiligen? Aus Sicht der Grünen kann die Stadt Menden es sich nicht leisten, Vergünstigungen mit der Gießkanne auszuschütten, zumal finanzstarke Bürger Mendens nicht auf öffentliche Finanzhilfe angewiesen sind. Kommunale Aufgabe ist es vielmehr, für Chancen- und Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder Sorge zu tragen. Dazu gehört eine sozialraumorientierte Kinder-, Teenie- und Jugendarbeit im Lebensumfeld der Familien. Deshalb muss der Treff bleiben.

Die Schenkungen an finanzstarke Eltern machen keinen Sinn. Sie durch eine soziale Beitragsstaffelung zu ersetzen, würde uns helfen, die guten Bildungsangebote der Stadt Menden aufrechtzuerhalten."


 

 


Silhouette Menden